Sie (oder: Noch nicht)

Jenseits des Hier und Jetzt,
beginnt die Geschichte von ihr

Bewegungslos mit einer Kippe in der Hand,
der Natur lauschend,
in der Einöde des Gartens verweilend,
sitzt sie da

Bewegungslos
Beinahe starr
Forscht sie dort in den Tiefen ihrer eigenen kleinen Welt

Freut sich über die Sonne,
die Ihren Bauch,
ihr Gesicht erwärmt

Freut sich, das keiner etwas von ihr will.
Lauscht dem leichten Rauschen der Bäume

Es schaut recht gemütlich und beschaulich bei ihr aus

Jedoch...
Genauer betrachtet...

In ihren Augen ein seltsames Funkeln,
welches verunsichern könnte

In ihr steigen
Erkenntnisse
Bilder
Gefühle hoch

Die Vergangenheit streichelt ihren Körper
Sie fühlt die Vergangenheit

Real
Zu real

Innerlich bebt sie
Ihr Herz rast
Die Hände und Arme
von tausenden kleinen Ameisen durchlaufen

Sie
Schreit
Weint
Fleht
Stirbt

Ein Teil von ihr lebt
Er lebt weiter
Weiter
Weiter in ihr

Ein schwerer dunkler Mantel
Beginnt sie zu umhüllen
Droht sie zu begraben

Sie fühlt . . .
die Angst
die Trauer
die Schuld
eines kleinen Mädchens

Sie will es trösten
Streckt ihr zitternd die Hand entgegen

Das Mädchen dreht sich weg

Sie schreit
Sie weint
Sie fleht
Sie will es nicht verlieren

Sie kann das Mädchen nicht beschützen
Noch nicht

So lange sie nicht in Sicherheit ist,
kann sie auch keine Sicherheit geben

Noch nicht


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